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	<title>Sauerländer Bürgerliste &#187; Demokratie</title>
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	<description>Informationen und Meinungen zur Kreispolitik im HSK</description>
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		<title>Neuerscheinung: Blick auf den Umgang mit Außenseiter- und Minderheitengruppen im Raum Sundern</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Aug 2026 19:50:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Humanismus im Sauerland]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur im Sauerland]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie begegnete die Sauerländer Gesellschaft über die Jahrhunderte all jenen, die anders waren? In Band 29 der „edition leutekirche sauerland“ wirft der Historiker Werner Neuhaus einen eindringlichen Blick auf die Geschichte von Außenseiter- und Minderheitengruppen im Raum Sundern. Die spartenübergreifende Studie beleuchtet Schicksale, Vorurteile und Ausgrenzungsmechanismen von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart – [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">Wie begegnete die Sauerländer Gesellschaft über die Jahrhunderte all jenen, die anders waren?</span></span></strong></p>
<p><strong><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">In Band 29 der „edition leutekirche sauerland“ wirft der Historiker Werner Neuhaus einen eindringlichen Blick auf die Geschichte von Außenseiter- und Minderheitengruppen im Raum Sundern. Die spartenübergreifende Studie beleuchtet Schicksale, Vorurteile und Ausgrenzungsmechanismen von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart – ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung unserer Regionalgeschichte. </span></span></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><em><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">Werner Neuhaus: </span></span></em><br />
<em><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">Von Hexen und „Kötten“, Juden und „Spaghettifressern“. </span></span></em><br />
<em><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">Außenseiter und Minderheiten im Raum Sundern von der Frühen Neuzeit bis heute </span></span></em><br />
<em><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">. (= Edition Leutekirche Sauerland, Band 29). Norderstedt: BoD 2026. </span></span></em><br />
<em><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">(ISBN: 978-3-6967-0976-1; Taschenbuch 196 Seiten; 11,99 Euro). </span></span></em><br />
<em><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">Verlagsseite: </span></span></em><br />
<em><a href="https://buchshop.bod.de/von-hexen-und-koetten-juden-und-spaghettifressern-werner-neuhaus-9783696709761" target="_blank"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">https://buchshop.bod.de/von-hexen-und-koetten-juden-und-spaghettifressern-werner-neuhaus-9783696709761</span></span></a></em></p>
<p style="text-align: center;"><em><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">Unter Angabe der ISBN überall im nahen Buchhandel bestellbar. </span></span></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">(Gastbeitrag: Redaktion der „edition leutekirche sauerland“)</span></span></p>
<p><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">Sechs Aufsätze beleuchten die Geschichte verschiedener Minderheiten in Sundern im kölnischen Sauerland. Dabei kommen völlig unterschiedliche Gesellschaftsgruppen in den Blick, deren gemeinsamer Nenner darin bestand, dass sie im Laufe von vier Jahrhunderten zu ihrer Zeit Außenseiter waren, die von der lokalen Mehrheitsgesellschaft und deren Eliten häufig durch Vorurteile benachteiligt und diskriminiert, manchmal auch bedroht und verfolgt wurden.</span></span></p>
<p><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">Ob vermeintliche Hexen oder Juden, jenische Ansiedler, sozialdemokratische Gewerkschafter, ostdeutsche Heimatvertriebene oder italienische „Gastarbeiter“: Auf Unwissenheit und Vorurteilen beruhende Ablehnung von bedrohten Minderheiten, verzögerten oder verhinderten die gesellschaftliche Integration diverser Randgruppen. Heute sind wir dazu aufgerufen, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.</span></span></p>
<p><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">Inhaltsübersicht:</span></span></p>
<p><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">I. Hexenprozesse im Amt Balve in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts und ihre Auswirkungen auf das Gebiet der heutigen Stadt Sundern </span></span><br />
<span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">II. Die „Kötten“ von Holzen und der Oelinghauser Heide im 19. Jahrhundert </span></span><br />
<span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">III. Zur Geschichte der Juden im Raum Sundern im langen 19. Jahrhundert </span></span><br />
<span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">IV. Zur Geschichte von Arbeiterbewegung und SPD in Sundern </span></span><br />
<span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">V. „Polacken“ und „Rucksackdeutsche“: Kriegsflüchtlinge und Heimatvertriebene im Raum Sundern nach dem Zweiten Weltkrieg </span></span><br />
<span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">VI. Von „Spaghettifressern“ zu Mitbürgern. Zur Geschichte italienischer „Gastarbeiter“ in Sundern – Ein Problemaufriss</span></span></p>
<p><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">Leseprobe aus dem Vorwort des neuen Bandes</span></span></p>
<p>Noch unter dem Eindruck des von Hitlers Rassenwahn ausgelösten Zweiten Weltkrieges verfasste der Schriftsteller Carl Zuckmayer das Drama Des Teufels General. In der im Folgenden zitierten Textstelle handelt es sich um die Antwort, die General Harras einem jüdischen Leutnant gibt, der ihn wegen Problemen mit seinem „Ariernachweis“ angesprochen hatte. Dabei erläutert der General seinem rheinischen Landsmann ihren gemeinsamen ‚Stammbaum‘:</p>
<p>„[…] Jetzt stellen Sie sich doch mal ihre Ahnenreihe vor – seit Christi Geburt. Da war ein römischer Feldhauptmann, ein schwar­zer Kerl, braun wie ne reife Olive, der hat einem blonden Mädchen Latein beigebracht.</p>
<p>Und dann kam ein jüdischer Gewürzhändler in die Familie […]<br />
Der ist noch vor der Heirat Christ geworden und hat die katholische Haustradition begründet.<br />
Und dann kam ein griechischer Arzt dazu,<br />
oder ein keltischer Legionär,<br />
ein Graubündner Landsknecht,<br />
ein schwedischer Reiter,<br />
ein Soldat Napoleons,<br />
ein desertierter Kosak,<br />
ein Schwarzwälder Flözer,<br />
ein wandernder Müllerbursch vom Elsass, ein dicker Schiffer aus Holland,<br />
ein Magyar, ein Pandur,<br />
ein Offizier aus Wien, ein französischer Schauspieler,<br />
ein böhmischer Musikant – das hat alles am Rhein gelebt, gerauft, gesoffen und gesungen und Kinder gezeugt und –<br />
und der Goethe, der kam aus demselben Topf,<br />
der Beethoven<br />
und der Gutenberg,<br />
und der Matthias Grünewald<br />
und – ach was, schau im Lexikon nach.<br />
Es waren die Besten, mein Lieber!<br />
Die Besten der Welt!<br />
Und warum?<br />
Weil sich die Völker dort vermischt haben.<br />
Vermischt wie das Wasser aus Quellen und Bächen und Flüssen, damit sie zu einem großen, lebendigen Strom zusammenrinnen. […]“</p>
<p>Was der Dramatiker Zuckmayer, der selbst vor der Verfolgung durch die Nazis zur Emigration gezwungen worden war, hier ausdrückt, ist inzwischen durch moderne Forschungsergebnisse aus Archäologie, Ethnologie, Paläontologie, Genetik sowie Ur- und Frühgeschichte vielfach bestätigt worden: Es gibt keine ethnisch „reinen“, „unvermischten“ Großgruppen, Stämme, Rassen oder Völker. Dies gilt nicht nur für das Rheinland, wo der namenspendende Strom als Verkehrsachse und Grenze häufig für Begegnung, Handel, Kontakte, politischen Wandel, militärische Besetzung und Vermischung mit anderen Ethnien, politischen Systemen, Religionen und Kulturen sorgte, sondern in einem geringeren Ausmaß auch für verschiedene Teile Westfalens. Auch dort führten im Laufe der Zeit wandelnde instabile militärische Zusammenschlüsse, nomadisierende Stammesgruppen und bäuerliche Siedlungsverbände, religiöse Sekten, adelige Eliten und wandernde Händler zu einer unterschiedlichen ethnischen Zusammensetzung, was zur Bildung fluider und sich häufig ändernder militärisch-machtpolitischer, sozioökonomischer und ethnisch-kulturell vielgestaltiger Verhältnisse führte.</p>
<p>Was für das von verschiedenen Ethnien besiedelte und daher von Zuckmayer als „Völkermühle Europas“ bezeichnete Rheinland gilt, hat daher ebenso – wenn auch in geringerem Ausmaß – für die Ackerbürgerstädte und Dörfer des abgelegenen Sauerlandes in der Neuzeit seine Berechtigung. Auch dort hat es die homogene „Stadtgemeinde“ oder romantisch verklärte „Dorfgemeinschaft“ als rechtliche und soziale Organisation gleichberechtigter Bürger – für Frauen gab und gibt es bis in die Gegenwart keine alle Lebensbereiche umfassende Gleichberechtigung – nicht gegeben. Wahrscheinlich lassen sich für jede größere Gemeinde für bestimmte Zeiträume nach ethnischer bzw. landsmannschaftlicher Herkunft, ökonomischer Macht, sozialer Stellung, kulturellem Habitus, religiöser Überzeugung, körperlichen Eigenschaften oder sexueller Orientierung unterschiedlich berechtigte Gruppen und Individuen ausmachen.</p>
<p>Diese allgemeine Feststellung lässt sich auch für den Raum Sundern von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart anhand ausgewählter Beispiele belegen. Dabei werden hier für bestimmte Zeiträume Mitglieder unterschiedlicher sozialer, religiöser, politischer oder nationaler Minderheiten, die für eine gewisse Zeit von der etablierten Mehrheitsgesellschaft aus verschiedenen Gründen skeptisch betrachtet, abgelehnt, diskriminiert oder verfolgt wurden, in den Blick genommen. Es sind dabei nicht einzelne „Originale“, „Querdenker“ oder „Sonderlinge“, die häufig am Rande dörflicher oder kleinstädtischer Gesellschaften mehr schlecht als recht lebten, sondern gesellschaftliche Minderheiten, die aus ökonomischen, sozialen, politischen, religiösen oder kulturellen Gründen benachteiligt, diskreditiert, ausgegrenzt, schikaniert, bekämpft – und manchmal auch ermordet wurden.</p>
<p>Diese sozialen Gruppierungen variierten nach Zeit und Größe, ihre Mitglieder waren, wie einige vermeintliche Hexen und Zauberer im 16. und 17. Jahrhundert, zunächst manchmal akzeptierte Teile der Mehrheitsgesellschaft gewesen und erst zu bestimmten Krisenzeiten, z. B. während des Dreißigjährigen Krieges oder bedingt durch Klimakapriolen, Missernten und/oder Epidemien ins Visier ihrer Dorfgenossen geraten, die Sündenböcke für in ihren Augen anderweitig nicht zu erklärende Probleme suchten (Buchkapitel I).</p>
<p>Dagegen wurden im 19. Jahrhundert vagierende soziale Gruppen wie Roma, Sinti oder Jenische, die im Sauerland manchmal fälschlicherweise unter den abwertenden Begriffen „Zigeuner“ oder „Kötten“ zusammengefasst wurden, wegen ihrer abweichenden Lebens- und Arbeitsweise sowie divergierender Vorstellungen über „Anstand, Sitte und Moral“ von der sie umgebenden Mehrheitsge­sell­schaft, die in Bauernschaften, Dörfern oder Kleinstädten eine feste Wohnung hatten, prinzipiell angefeindet. Diese allgemeine Diskriminierung wurde noch einmal intensiviert, wenn Mitglieder dieser Minderheit Grundstücke erwerben und sich am Rande eines Dorfes niederlassen wollten, was mitunter gewaltsame Exzesse gegen die Fremdlinge zur Folge hatte (Buchkapitel II).</p>
<p>Anderen, wie z. B. den bis dahin im Laufe des 19. Jahrhunderts immer mehr akzeptierten und gesellschaftlich integrierten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, wurde in den Ausnahmezeiten zwischen dem Beginn der Weltwirtschaftskrise (1929) und dem Ende des Zweiten Weltkrieges ein vermeintlich rassisch bedingtes gemeinschaftsschädigendes Verhalten zugeschrieben. Dabei wurden Vorwürfe reaktiviert, die sich seit Jahrhunderten in der christlichen Mehrheitsgesellschaft gegen die Juden entwickelt und in unterschiedlicher Intensität unterschwellig gehalten hatten. Diese längst überwunden geglaubten Vorurteile dienten dann als Vorwand für Diskriminierung, Ausgrenzung und letztendlich die Ermordung der Mitglieder dieser Minderheit (Buchkapitel III).</p>
<p>Einige ansonsten gesellschaftlich integrierte Mitbürger hatten zu Beginn der Weimarer Republik dagegen nur eine punktuell von der politisch, wirtschaftlich und kulturell tonangebenden Schicht ihres Ortes erwünschten Ausrichtung abweichende, wenn auch völlig legale politische Überzeugung: Sie wollten nicht ihre Mitgliedschaft in einer der SPD nahestehenden Gewerkschaft aufgeben, da dieser Schritt finanzielle Nachteile für sie mit sich gebracht hätte. Aber dieses Beharren war hinreichend für eine speziell in der krisengeschüttelten Zeit nach dem Ende des Ersten Weltkrieges besonders intensive Ablehnung. Selbst noch Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg standen die Sozialdemokratie sowie ihr nahestehende Gewerkschaften und Betriebsräte im katholischen Sauerland unter Generalverdacht mancher Mitglieder lokaler wirtschaftlicher, kultureller und politischer Eliten (Buchkapitel IV).</p>
<p>Auch die nach dem verlorenen Weltkrieg in die westlichen Besatzungszonen strömenden Flüchtlinge und Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten wurden zunächst von den Sunderner Einheimischen vielfach skeptisch beobachtet, selbst wenn sich dieses Misstrauen gegenüber den „Brüdern und Schwestern aus dem Osten“ mit der Zeit legte. Bei diesem Integrationsprozess spielten die nachlassende Bedeutung religiöser Faktoren sowie vor allen Dingen die ökonomischen und sozialen Aufstiegschancen der Wirtschaftswunderjahre eine entscheidende Rolle (Buchkapitel V).</p>
<p>Dieser noch nie dagewesene Wirtschaftsaufschwung war auch die Ursache für die Ankunft anderer Minderheiten ab Mitte der 1950er Jahre in Sundern, als ausländische Arbeitsmigranten nach Deutschland gerufen wurden und dieser Einladung folgten. Auch diese stetig steigende Anzahl von „Gastarbeitern“ wurde von der Mehrheitsgesellschaft vor Ort zunächst nicht nur mit offenen Armen willkommen geheißen. Für Sundern übernahmen hier Arbeit suchende Italiener vornehmlich aus dem süditalienischen Mezzogiorno zeitlich und zahlenmäßig eine Vorreiterrolle, so dass hier ihre sich im Laufe der Zeit wandelnden Selbstverständnisse sowie einige sich manchmal über Jahrzehnte haltende wirtschaftliche, soziale und kulturelle Probleme näher analysiert werden (Buchkapitel VI).</p>
<p>Auf ein Ergebnis der Migrations-, Minderheiten- und Flüchtlingsforschung möchte ich wegen seiner Bedeutung für die Behandlung von Minderheiten und Außenseitern zu allen hier in den Blick genommenen Zeiträumen zum Abschluss dieses Vorwortes besonders hinweisen: Anhand aller hier untersuchten Beispiele lässt sich belegen, dass Mitglieder von migrantischen Gruppen, ethnischen und religiösen Minderheiten sowie politisch-kulturellen Außenseitern besonders zu militärischen, wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Krisen- und Umbruchzeiten als „Boten des Unglücks“ (Bertolt Brecht) angesehen und ausgegrenzt werden. Daher werden gerade in diesen schwierigen Zeiten sich beschleunigender Umbrüche in Technologie und Medien, in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft soziale Minderheiten von Vertretern einer sich als legitimer Mehrheit verstehenden, aber überforderten und frustrierten Mehrheitsbevölkerung, die auf Beibehaltung ihrer tief eingeschliffenen traditionalen Sicht-, Denk- und Sprechweisen – aber auch ihrer überkommenen rechtlichen und sozioökonomischen Privilegien – besteht, immer rigider abgelehnt. Diese von kulturellen Verlustängsten und sozialen Kränkungen gespeisten Gefühle können zu einer dumpfen Verunsicherung beitragen, die sich in verschiedenen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens ausbreitet. Dies kann dann im politischen Raum zum Aufstieg nationalistisch-autoritärer Ideologien, Parteien und manchmal auch Regierungen führen, deren Ziele u. a. im forcierten Rückbau von liberaldemokratischen, kulturell tolerant-offenen, auf Minderheitenschutz bedachten politischen Errungenschaften bestehen. Wenn nicht alles täuscht, machen wir seit einigen Jahren auch in Deutschland, vielen Staaten Europas und in den USA diese Erfahrung erneut. Natürlich ist es richtig, dass sich Geschichte nicht eins zu eins wiederholt, aber historisches Wissen kann uns helfen, in der Vergangenheit gemachte Fehler in der Gegenwart zu erkennen und so zur sozialen, politischen und kulturellen Sensibilisierung für heutige Probleme beitragen.</p>
<p>Über den Autor:</p>
<p><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;"><span dir="auto" style="vertical-align: inherit;">Werner Neuhaus (geb. 1947), Studium der Anglistik und Geschichte in Münster und Sheffield, von 1976 bis 2009 Lehrer am Städtischen Gymnasium Sundern. In Veröffentlichungen zur Sozial- und Kulturgeschichte des Sauerlandes im 19. und 20. Jahrhundert untersuchte er ua die Revolution von 1848, die nationalistische Aufladung des katholischen Milieus nach 1900, die sogenannte Heimatfront und das Los der Kriegsgefangenen im Sauerland während des 1. Weltkrieges sowie regionale Erscheinungen der völkischen Bewegung zur Zeit der Weimarer Republik. – Buchveröffentlichungen (Auswahl): „Armut – Auswanderung – Aufruhr. Studien zur Sozialgeschichte des Sauerlandes“ (2019); „Belgische Zwangsarbeiter im Kriegsgefangenenlager Meschede im Ersten Weltkrieg“ (2020); „August Pieper und das Dritte Reich. Ein katholischer Annäherungsweg hin zum Nationalsozialismus“ (2021); „Am Anfang war der Hass – der Weg des katholischen Priesters und Nationalsozialisten Lorenz Pieper“ (2022, Mitherausgeber zus. mit Peter Bürger); „Ländliche Gesellschaft, verspätete Industrialisierung und katholischer Klerus – Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Religion in Sundern/Sauerland im 19. und frühen 20. Jahrhundert“ (2022); „Isoliert oder integriert? Studien zur Geschichte von Juden und Antisemitismus in Sundern (Sauerland) im langen 19. Jahrhundert“ (2024); Außenseiter und Minderheiten im Raum Sundern von der Frühen Neuzeit bis heute (2026).</span></span></p>
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		<title>Haushaltsrede der SBL/FWG-Fraktion zum Haushaltsbuch 2026, gehalten von Herrn Sebastian Vielhaber am 27.03.2026</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Mar 2026 18:11:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus Kreistag und Kreishaus]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Energiepolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Familien- und Kinderpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunale Finanzen]]></category>
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		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Haushaltsrede der SBL/FWG-Fraktion zum Haushaltsbuch 2026, gehalten von Herrn Sebastian Vielhaber am 27.03.2026 &#8211; Es gilt das gesprochene Wort &#8211; Sehr geehrter Herr Landrat, liebe Kreistagskolleginnen und –kollegen, sehr geehrte Damen und Herren der Presse, verehrte Zuhörer im Publikum, verehrte Mitarbeiter der Verwaltung, die Fraktion der Sauerländer Bürgerliste und Freie Wähler Hochsauerland haben sich intensiv [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Haushaltsrede der SBL/FWG-Fraktion zum Haushaltsbuch 2026, gehalten von Herrn Sebastian Vielhaber am 27.03.2026</p>
<p>&#8211; Es gilt das gesprochene Wort &#8211;</p>
<p>Sehr geehrter Herr Landrat,<br />
liebe Kreistagskolleginnen und –kollegen,<br />
sehr geehrte Damen und Herren der Presse,<br />
verehrte Zuhörer im Publikum,<br />
verehrte Mitarbeiter der Verwaltung,</p>
<p>die Fraktion der Sauerländer Bürgerliste und Freie Wähler Hochsauerland haben sich intensiv mit dem Haushaltsbuch für das Jahr 2026 beschäftigt.<br />
Und ich möchte meine Rede heute mit einer einfachen Wahrheit beginnen:<br />
Kommunalpolitik folgt im Kern einer klaren Regel:<br />
Wir können dauerhaft nur das ausgeben, was wir auch einnehmen.<br />
Ein Blick in diesen Haushalt zeigt jedoch, dass genau diese Regel zunehmend unter Druck gerät. Damit stehen wir nicht allein.<br />
Viele Städte und Gemeinden kämpfen derzeit mit steigenden Kosten, neuen Aufgaben und gleichzeitig begrenzten Einnahmen. Gerade deshalb ist es unsere Aufgabe, hier vor Ort Verantwortung zu übernehmen und klare Prioritäten zu setzen.</p>
<p>Der Hochsauerlandkreis ist ein starker Kreis mit rund 260.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Mit engagierten Menschen, einer starken mittelständischen Wirtschaft, einem leistungsfähigen Handwerk und einer attraktiven Natur- und Tourismusregion. Viele Unternehmen unserer Region sind international erfolgreich, gleichzeitig ist das Sauerland für viele Menschen ein wichtiger Freizeit- und Erholungsraum.<br />
Aber er ist eben auch ein Kreis, der – wie viele kommunale Gebietskörperschaften in Deutschland – zunehmend unter finanziellen Druck gerät. Steigende Sozialausgaben, wachsende Pflichtaufgaben und begrenzte Einnahmemöglichkeiten führen dazu, dass die finanziellen Handlungsspielräume immer enger werden.<br />
Der Haushalt 2026 macht diese Entwicklung sehr deutlich sichtbar. Ein großer Teil der Ausgaben ist durch Pflichtaufgaben gebunden, während die Möglichkeiten zur politischen Gestaltung immer kleiner werden.<br />
Umso wichtiger ist es, den Haushalt sorgfältig zu analysieren, Prioritäten zu setzen und offen über Risiken und Perspektiven zu sprechen.<br />
Meine Damen und Herren, lassen Sie uns nun einen genaueren Blick auf die Zahlen werfen.<br />
Der Gesamtergebnisplan weist <strong>Aufwendungen in Höhe von rund 637 Mio. Euro</strong> auf. Dem gegenüber stehen <strong>Erträge in Höhe von rund 630 Mio. Euro.</strong></p>
<p>Das bedeutet: Auch in diesem Jahr müssen wir wieder <strong>Geld aus der Rücklage entnehmen</strong>, um einen ausgeglichenen Haushalt darstellen zu können.<br />
Das ist keine Katastrophe. Aber ein deutliches Warnsignal.</p>
<p>Positiv ist:<br />
Der Hebesatz für die Jugendamtsumlage wird zwar gesenkt, aber trotzdem sollen die Einnahmen aus der Jugendamtsumlage um mehr als 4 Mio. Euro steigen. Auch hier kommt es also zu einer erheblichen Mehrbelastung für die 9 Gemeinden ohne eigenes<br />
Jugendamt.<br />
Gleichzeitig steigt der Hebesatz für die Kreisumlage auf 38,08 Prozent – mit direkten Auswirkungen auf alle Städte und Gemeinden.<br />
Die finanzielle Lage bleibt also angespannt.<br />
Die Ursachen dafür kennen wir alle: steigende Baukosten, höhere Energiepreise, wachsende Personalkosten und immer neue gesetzliche Aufgaben – bei gleichzeitig unsicheren Einnahmen.</p>
<p>Deshalb wird derzeit auch über Instrumente wie den globalen Minderaufwand diskutiert.<br />
Eines ist klar:<br />
Ein globaler Minderaufwand ist kein Ersatz für solide Haushaltspolitik.<br />
Aber er kann helfen, Planung und Realität näher zusammenzubringen.<br />
Wenn bereits viele Kommunen dieses Instrument nutzen, dann sollte auch der Kreis bereit sein, es maßvoll einzusetzen.</p>
<p>Für uns entscheidend ist:<br />
Ein Haushalt darf nicht nur auf dem Papier funktionieren. Er muss auch im Alltag tragfähig sein.<br />
<strong>Ein globaler Minderaufwand von einem Prozent würde den Haushalt um rund 5 Millionen Euro entlasten.</strong><br />
Das würde unmittelbar auch die Umlagen senken – und damit die Städte und Gemeinden entlasten. Das verbleibende Defizit ließe sich vollständig aus der Ausgleichsrücklage decken.<br />
Eine Erhöhung der Kreisumlage gegenüber dem Vorjahr wäre vermeidbar.<br />
Wir sprechen also nicht über ein Risiko, sondern über ein bewährtes Instrument zur Stabilisierung.<br />
Deshalb halten wir es für angemessen, dieses Instrument im Haushalt 2026 vorzusehen.<br />
Neben der finanziellen Gesamtbetrachtung dürfen wir auch die inhaltlichen Schwerpunkte nicht aus dem Blick verlieren.</p>
<p>Ein besonders wichtiger Bereich ist die <strong>frühkindliche Bildung</strong>.<br />
Frühkindliche Bildung ist kein Nebenschauplatz kommunaler Politik. Sie ist eine der wichtigsten Investitionen in die Zukunft unserer Kinder – und damit auch in die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes Sauerland.<br />
Gerade deshalb sehen wir die aktuellen Entwicklungen rund um das geplante neue Kita-Gesetz des Landes kritisch. Wenn künftig in den Randzeiten der Betreuung eine Art <strong>„Pädagogik light“</strong> möglich sein soll, dann ist das aus unserer Sicht ein Schritt in die falsche Richtung.<br />
Fünf Stunden hochwertige pädagogische Arbeit in der Kernzeit reichen nicht aus. Bildung und Betreuung finden nicht nur zwischen neun und zwei Uhr statt. Kinder brauchen während der gesamten Betreuungszeit qualifizierte pädagogische Begleitung.<br />
Deshalb erwarten wir vom Hochsauerlandkreis, dass er hier klare Prioritäten setzt. Wenn es notwendig ist, zusätzliche Mittel einzusetzen, um auch in den Randzeiten gut ausgebildetes Fachpersonal in den Kitas zu sichern, dann sollten wir genau das tun.<br />
Denn eines muss auch klar sein: Geld für gute frühkindliche Bildung ist besser investiert als Geld für die Mietgarantie bei leerstehenden Kita-Plätzen, die letztlich privaten Investoren zugutekommen.<br />
Wer heute bei der Qualität der frühkindlichen Bildung spart, zahlt morgen einen deutlich höheren Preis – gesellschaftlich und wirtschaftlich.<br />
Wenn wir über die Zukunft des Hochsauerlandkreises sprechen, dann sprechen wir vor allem über unsere Kinder und Jugendlichen – über ihre Bildung, ihre Chancen und ihre Teilhabe.<br />
Und genau deshalb müssen wir auch ehrlich sagen: Bei unseren Schulen gibt es weiterhin großen Handlungsbedarf. Moderne Lernräume, digitale Ausstattung, Barrierefreiheit und energetische Sanierungen sind keine Luxusprojekte – sie sind Grundvoraussetzungen für gute Bildung.<br />
Wer heute bei unseren Schulen spart oder Investitionen aufschiebt, zahlt morgen doppelt – pädagogisch und finanziell.<br />
Familien im Hochsauerlandkreis brauchen Planungssicherheit. Sie brauchen Strukturen, die funktionieren – nicht nur auf dem Papier.<br />
Investitionen in Bildung, Betreuung und Inklusion sind deshalb keine freiwilligen Leistungen. Sie gehören zu den zentralen Aufgaben einer verantwortungsvollen Kreispolitik.<br />
Neben Bildung sollten wir auch eine weitere Bevölkerungsgruppe stärker in den Blick<br />
nehmen:</p>
<p><strong>Unsere Seniorinnen und Senioren</strong><br />
Auch im Hochsauerlandkreis wird unsere Gesellschaft älter. Viele Menschen im Rentenalter möchten ihre Erfahrungen stärker in politische Entscheidungen einbringen – und das ist aus unserer Sicht auch richtig.<br />
In einigen Städten gibt es bereits gute Beispiele mit aktiven Seniorenbeiräten. Auf Kreisebene fehlt eine solche Struktur bislang.<br />
<strong>Deshalb halten wir es für sinnvoll</strong>, perspektivisch <strong>einen Kreisseniorenbeirat einzurichten</strong>, dessen Vertreter bei entsprechenden Themen in den Fachausschüssen angehört werden.<br />
Bis dahin könnte übergangsweise der Arbeitskreis der Seniorenbeiräte im HSK diese Aufgabe übernehmen.<br />
Denn die Erfahrung und Kompetenz der älteren Generation ist ein Gewinn für unsere kommunalpolitischen Entscheidungen.</p>
<p>Ein ganz anderer, aber ebenso zentraler Bereich unserer <strong>Daseinsvorsorge ist der Rettungsdienst</strong>.<br />
In einer Anfrage haben wir nachgefragt, warum am Standort Meschede eine zusätzliche Rettungswache durch einen privaten Anbieter betrieben wird. Die Antwort der Kreisverwaltung zeigt ein deutliches Problem:<br />
Zum Stichtag 1. Februar 2026 waren im Rettungsdienst des Kreises rund 28 Vollzeitstellen im Einsatzdienst unbesetzt, darunter zahlreiche Stellen für Notfallsanitäter und Rettungssanitäter.<br />
Vor diesem Hintergrund soll es nach Aussage der Verwaltung derzeit nicht möglich gewesen sein, einen dritten Rettungswagen in Meschede in eigener Trägerschaft zu betreiben.<br />
Das zeigt sehr deutlich, vor welcher Herausforderung unser Rettungsdienst steht. Für uns sollte das aber nicht bedeuten, dauerhaft auf private Anbieter auszuweichen. Vielmehr sollte es unser Ziel sein, den kommunalen Rettungsdienst wieder so attraktiv aufzustellen, dass wir ausreichend Personal gewinnen und halten können. Denn der Rettungsdienst ist eine Kernaufgabe des Kreises. Hier geht es um schnelle Hilfe im Notfall – um Menschenleben.<br />
Deshalb sollten wir alles daransetzen, <strong>die Arbeitsbedingungen im Rettungsdienst zu verbessern und genügend Fachkräfte zu gewinnen</strong>, damit der Hochsauerlandkreis seinen Rettungsdienst auch künftig möglichst aus eigener Kraft sicherstellen kann.<br />
Denn eine starke öffentliche Daseinsvorsorge bedeutet auch:<br />
Der Kreis muss in der Lage sein, seine zentralen Aufgaben selbst zu erfüllen.<br />
Zum Rettungsdienst gehört aber nicht nur ausreichend Personal, sondern auch eine funktionierende Infrastruktur.<br />
Bereits im September 2021 hat der Kreistag die dritte Fortschreibung des Rettungsdienstbedarfsplans beschlossen – also vor inzwischen viereinhalb Jahren. Darin ist unter anderem der Bau von sieben neuen Rettungswachen vorgesehen, teilweise zusätzlich, teilweise als Ersatzstandorte.<br />
Doch man muss feststellen: Seitdem ist viel zu wenig passiert. Bis alle Wachen tatsächlich fertiggestellt sind, werden voraussichtlich mindestens acht Jahre vergangen sein – wahrscheinlich sogar noch mehr.<br />
Dabei geht es hier nicht um irgendein Bauprojekt, sondern um eine wesentliche Verbesserung der medizinischen Versorgung der Menschen in unserem Kreis.<br />
Zu dieser sehr unbefriedigenden Entwicklung hat leider auch die Kreisverwaltung beigetragen. Die Beauftragung eines Generalplaners wurde forciert – und der ausgewählte Planer ist nach einem mehr als fragwürdigen Auswahlverfahren schließlich insolvent gegangen.<br />
Gerade bei so wichtigen Projekten dürfen wir uns solche Verzögerungen und daraus entstehende Mehrkosten künftig nicht mehr leisten.<br />
Neben der Daseinsvorsorge stellt uns auch ein weiterer Bereich vor große Herausforderungen.</p>
<p><strong>Der Ausbau erneuerbarer Energien</strong> wird auch im Hochsauerlandkreis weiter eine Rolle spielen. Die Meinungen darüber gehen – auch hier im Kreistag – durchaus auseinander.<br />
Umso wichtiger ist es, die konkreten Auswirkungen vor Ort genau zu betrachten.<br />
Dabei geht es nicht nur um den Standort der Anlagen selbst, sondern auch um die notwendige Infrastruktur – insbesondere um die Zuwegung.<br />
Es gibt in unserem Kreis geeignete Standorte für solche Projekte. Gleichzeitig gibt es aber auch Bereiche, in denen erhebliche Eingriffe in sensible Naturräume drohen, etwa wenn Anlagen im Hang oder im Wald errichtet werden sollen und die Zuwegung durch besonders wertvolle Landschaftsräume führt.<br />
Die Diskussion um das <strong>Aupketal bei Moosfelde</strong> hat gezeigt, wie sensibel solche Entscheidungen sind. Die vom Landrat veranlasste Dringlichkeitsentscheidung zur Befreiung von den Festlegungen des Landschaftsplans stellt einen sehr weitreichenden Eingriff dar.<br />
Gerade deshalb hätten wir es für sinnvoll gehalten, sich im Umweltausschuss vor Ort ein eigenes Bild zu machen. Leider wurde unser Antrag auf eine Ortsbesichtigung abgelehnt.<br />
Doch die Herausforderungen im Zusammenhang mit Windenergie enden nicht bei Stand-ort- und Infrastrukturfragen.<br />
In zwei Anfragen habe ich nachgefragt, wie der Kreis sicherstellt, dass der Rückbau am Ende der Laufzeit auch tatsächlich finanziell abgesichert ist. Die Antworten zeigen: Die Höhe der Bürgschaften orientiert sich pauschal an 6,5 Prozent der Gesamtinvestitionskosten – eine eigene Prüfung oder regelmäßige Überprüfung der tatsächlichen Rückbaukosten findet bislang nicht statt.<br />
Keine eigenen Gutachten.<br />
Keine Nachkalkulation.<br />
Keine Anpassung an reale Preis- und Kostenentwicklungen.<br />
Und genau hier beginnt das Problem:<br />
Denn wenn ein Betreiber in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät oder insolvent wird – und die Bürgschaft nicht ausreicht –, stellt sich eine sehr unangenehme Frage:<br />
Wer bezahlt am Ende die Rechnung?<br />
Unsere Antwort ist klar: Nicht der Steuerzahler.<br />
Deshalb brauchen wir mehr Transparenz und eine realistische Risikoabschätzung.</p>
<p>Wer genehmigt, trägt Verantwortung – nicht nur für den Bau, sondern auch für den Tag, an dem nichts mehr läuft.</p>
<p>Meine Damen und Herren, auch im <strong>Bereich der Mobilität</strong> zeigt sich derzeit ein sehr problematisches Bild.<br />
Zwischen Arnsberg und Meschede fährt seit Februar kein Zug mehr – und das soll voraussichtlich – mit nur einem Monat Unterbrechung – bis Dezember so bleiben. Die Bahnhöfe Oeventrop und Freienohl werden bereits seit Ende letzten Jahres nur noch von jedem zweiten Zug angefahren. Und zwischen Bestwig und Marsberg wird der Bahnverkehr über viele Jahre hinweg immer wieder stark eingeschränkt sein, mit monatelangen Vollsperrungen.<br />
Diese Situation ist für viele Pendlerinnen und Pendler schlicht nicht akzeptabel. Leider wurden in den Gremien des Kreises mehrfach Vorschläge der SBL abgelehnt, mit denen die Auswirkungen der Baumaßnahmen deutlich hätten reduziert werden können.<br />
Und wenn man sich gleichzeitig anschaut, dass der Kreistag gerade erst den größten Einschnitt beim Linienbusangebot in der Geschichte des Hochsauerlandkreises beschlossen hat, dann zeigt sich ein problematisches Bild: Unsere Verkehrspolitik ist nach wie vor zu stark auf das Auto ausgerichtet.</p>
<p>Meine Damen und Herren, bevor ich zum Schluss komme, möchte ich mich ausdrücklich bedanken.<br />
Ein Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hochsauerlandkreises und den Betrieben, die an der Erstellung des umfangreichen Haushalts- und Zahlenwerkes 2026 mitgewirkt haben.<br />
Nicht zu vergessen bei den vielen Ehrenamtlichen in unserem Kreis, die sich in sportlichen, musischen, sozialen oder kulturellen Einrichtungen, Kinder- und<br />
Jugendeinrichtungen sowie den Seniorenbeiäten engagieren. All diese Menschen leisten einen unschätzbaren Beitrag für unsere Gemeinschaft.</p>
<p>Meine Damen und Herren,<br />
dieser Haushalt ist mehr als eine Sammlung von Zahlen.<br />
Er ist ein Gradmesser dafür, wie ernst wir es mit unserer Verantwortung nehmen.<br />
Ja – die Rahmenbedingungen sind schwierig.<br />
Ja – viele Entwicklungen können wir auf Kreisebene nicht allein steuern.<br />
Aber:<br />
Das entbindet uns nicht von der Pflicht, die richtigen Entscheidungen zu treffen.</p>
<p>Die entscheidende Frage ist doch:<br />
Wo setzen wir unsere Prioritäten?</p>
<p>Bei der <strong>Qualität von Bildung</strong> – oder bei kurzfristigen Einsparungen?<br />
Bei einer <strong>starken öffentlichen Daseinsvorsorge</strong> – oder beim schleichenden Rückzug aus eigener Verantwortung?<br />
Bei <strong>nachhaltigen Lösungen</strong> – oder bei dem Prinzip Hoffnung?</p>
<p>Wir haben heute die Wahl.<br />
Wir können diesen Haushalt einfach verwalten – oder wir können ihn aktiv gestalten.<br />
Wir können Risiken ausblenden – oder wir können sie offen benennen und verantwortungsvoll damit umgehen.<br />
Und wir können Belastungen weitergeben – oder wir können bewusst für Entlastung sorgen, wo sie dringend gebraucht wird.</p>
<p>Für uns ist klar:<br />
Politik darf sich nicht darin erschöpfen, Probleme zu beschreiben.<br />
Sie muss den Anspruch haben, sie zu lösen.<br />
Deshalb werden wir diesen Haushalt daran messen, ob er den Menschen in unserem Kreis wirklich gerecht wird – nicht nur auf dem Papier, sondern im Alltag.<br />
Ob er unseren Kindern gute Bildung ermöglicht.<br />
Ob er eine verlässliche Versorgung sicherstellt.<br />
Und ob er unsere Städte und Gemeinden nicht überfordert.<br />
Denn am Ende geht es um Vertrauen.<br />
Vertrauen in politische Entscheidungen.<br />
Vertrauen in die Handlungsfähigkeit dieses Kreises.</p>
<p>Und dieses Vertrauen entsteht nicht durch Zahlenwerke – sondern durch klare Prioritäten und nachvollziehbare Entscheidungen.</p>
<p>Meine Damen und Herren,<br />
wir treffen heute keine technische Entscheidung.<br />
Wir treffen eine Richtungsentscheidung.<br />
Und genau deshalb lautet unsere Haltung:<br />
<strong>Wir werden dem vorgelegten Haushalt und dem Stellenplan nicht zustimmen.</strong></p>
<p>Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!</p>
<p>Freundliche Grüße<br />
Sebastian Vielhaber<br />
&#8211; Stellvertretender Fraktionsvorsitzender &#8211;</p>
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		<title>JU: Wahlverhinderungsvorstand?</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Feb 2025 13:01:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Heute in einem Wahllokal in Brilon: Ein älterer Wahlberechtigter erscheint in Begleitung zweier Familienangehöriger und möchte an der Bundestagswahl teilnehmen. Er bringt einen Wahlschein und seinen Personalausweis mit. Jeder Wahlvorstand sollte wissen, dass man mit einem Wahlschein nicht nur Briefwahl machen darn, sondern auch in jedem Wahllokal des Wahlkreises seine Stimme abgeben darf. So steht [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Heute in einem Wahllokal in Brilon: Ein älterer Wahlberechtigter erscheint in Begleitung zweier Familienangehöriger und möchte an der Bundestagswahl teilnehmen. Er bringt einen Wahlschein und seinen Personalausweis mit. Jeder Wahlvorstand sollte wissen, dass man mit einem Wahlschein nicht nur Briefwahl machen darn, sondern auch in jedem Wahllokal des Wahlkreises seine Stimme abgeben darf. So steht es auch deutlich auf dem Wahlschein undi einschlägigen Merkblättern für die Briefwahl.</p>
<p>Hier aber war ein JU-Funktionär (Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der JU Brilon) amtierender Wahlvorsteher. Der JU-Funktionär weigerte sich, dem älteren Herrn einen Stimmzettel auszuhändigen: Der dürfe nur in seinem ursprünglichen Wahllokal wählen.<br />
Es bedurfte einer deutlichen Intervention der Begleitpersonen, damit der amtierende Wahlvorsteher im Wahlamt anrief, um sich dort belehren zu lassen, dass der ältere Herr selbstverständlich in diesem Wahllokal wählen darf. Das geschah dann auch noch unter überflüssiger Weitergabe diverser persönlicher Daten (so dass alle im Wahlraum Anwesenden dies mithören konnten) &#8230;</p>
<p><a href="http://sbl-fraktion.de/wp-content/Merkblatt-Briefwahl-BTW2025-Berlin.jpg"><img src="http://sbl-fraktion.de/wp-content/Merkblatt-Briefwahl-BTW2025-Berlin-300x97.jpg" alt="Merkblatt-Briefwahl-BTW2025-Berlin" width="300" height="97" class="alignnone size-medium wp-image-11687" /></a></p>
<p>Warum informiert sich ein Wahlvorsteher nicht vor Beginn seines &#8220;Dienstes&#8221; über grundlegende Wahlregeln?<br />
Und wer ernennt solche Wahlvorsteher? Reicht es als Qualifikation aus, dass man JU-Funktionär ist?<br />
Gelten hier keine Regeln für den Datenschutz?</p>
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		<title>&#8220;Vielfalt statt Weißwurst&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Jan 2025 07:18:21 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Termine]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;PRESSEMITTEILUNG Angebot zur öffentlichen politischen Diskussion ohne Eintrittsgeld Am Sonntag (19.1.) findet in der Zeit von 9.30 Uhr bis 12.00 Uhr auf dem Briloner Marktplatz eine Kundgebung &#8220;Vielfalt statt Weißwurst&#8221; statt. Veranstalter ist ein Zusammenschluss von politisch engagierten Menschen. Mit der Kundgebung soll ein zusätzlicher Raum geschaffen werden für politische Diskussion, und zwar im öffentlichen, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;PRESSEMITTEILUNG</p>
<p>Angebot zur öffentlichen politischen Diskussion ohne Eintrittsgeld</p>
<p>Am Sonntag (19.1.) findet in der Zeit von 9.30 Uhr bis 12.00 Uhr auf dem Briloner Marktplatz eine Kundgebung &#8220;Vielfalt statt Weißwurst&#8221; statt. Veranstalter ist ein Zusammenschluss von politisch engagierten Menschen.</p>
<p><a href="http://sbl-fraktion.de/wp-content/20250116_184412.jpg"><img src="http://sbl-fraktion.de/wp-content/20250116_184412-222x300.jpg" alt="20250116_184412" width="222" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-11671" /></a></p>
<p>Mit der Kundgebung soll ein zusätzlicher Raum geschaffen werden für politische Diskussion, und zwar im öffentlichen, frei zugänglichen Bereich, für alle und ohne selektiven Eintritt.</p>
<p>Die Veranstalter möchten auf das kulturell vielfältige und bunte Sauerland aufmerksam machen, welches weit mehr zu bieten hat als Schnitzel oder Weißwurst aus Bayern. Im Mittelpunkt steht die Vielfalt.</p>
<p>Es werden mehrere Redebeiträge zu unterschiedlichen Themen gehalten. Zwischen den Beiträgen wird es Livemusik geben. Und eine Frage- und Diskussionsrunde steht auch auf dem Programm.</p>
<p>Jede und jeder ist hier willkommen und zu Kaffee, Tee und Kuchen oder Waffeln eingeladen.</p>
<p>Eine Sprecherin: „Der Wunsch nach einer solchen Veranstaltung kam aus der Mitte unserer Gesellschaft. Wir verstehen uns nicht als Protest gegenüber demokratischen Parteien, sondern als Angebot eines öffentlichen Austauschs, wo alle Mitglieder unserer Gesellschaft ihre Ansichten mitteilen können, ohne Eintritt zahlen zu müssen. Unsere Gesellschaft ist stark, wenn wir zusammenstehen – für Respekt, Offenheit und ein solidarisches Miteinander. Wir freuen uns sehr, dass diese Veranstaltung durch viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter unterschiedlicher Herkunft möglich wurde.“</p>
<p>Die Veranstalter machen noch darauf aufmerksam, dass es entgegen anderslautender Meldungen einiger Medien vom gestrigen Tage beim Beginn um 9:30 Uhr bleibt. Die Kundgebung startet also gleichzeitig mit der Veranstaltung in der Briloner Schützenhalle.&#8221;</p>
<p><em>Anmerkung der Redaktion:<br />
Seitens der lokalen Tagespresse und des heimischen Wochenblattes wurde hier schlecht recherchiert. Dort wurde berichtet, es handele sich bei der Kundgebung um die Veranstaltung einer bestimmten Partei. Das stimmt nicht, denn es haben sich Menschen aus unterschiedlichen Parteien, Wählergruppen und ohne Parteizugehörigkeit zur Organisation dieser Veranstaltung zusammengefunden. Deren Pressemitteilung geben wir hier wieder.<br />
Auch die Uhrzeit wurde falsch wieder gegeben. Zwar versuchten der Briloner Bürgermeister und in seinem Auftrag das städtische Ordnungsamt einen Beginn um 09:30 Uhr zu verhindern. Die Organisatoren wandten sich aber an die Kreisverwaltung als Aufsichtsbehörde, die zusammen mit der Kreispolizeibehörde genehmigte, dass die Demo parallel zu Merz und Söder um 09:30 Uhr starten kann.</em></p>
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