Informationen und Meinungen zur Kreispolitik im HSK

FDP Laufmöller: Forderung der Sauerländer Bürgerliste ist eine Unverfrorenheit

By Matthias at 5:05 pm on Saturday, October 14, 2006

Nach der CDU muß sich nun auch die FDP zur Gründung der Sauerländer Bürgerliste äußern:

Ihr Fraktionsvorsitzender Laufmöller (Rentner und ehemaliger Uniformträger) schreibt:

“Eine Unverfrorenheit bedeutet jedoch, dass sich die abgespaltene Fraktion…sofort an den Landrat mit der Forderung gewandt hat, ein Fraktionsbüro mit Fax und Telefon, sowie eine Bürokraft zur Verfügung gestellt zu bekommen.”

Interessante Äußerungen eines *Liberalen*. Er will wohl damit überdecken, dass seine Fraktion bisher inhaltlich im Kreistag noch gar nicht in Erscheinung getreten ist.

Das ist auch wenig verwunderlich, da er offensichtlich nicht einmal die Grundzüge unseres Kommunalrechts kennt und deswegen durch populistische Statements zu glänzen versucht.

Herr Laufmöller, wir haben ein Anrecht auf eine Mindestausstattung der Fraktion! In § 40 der Kreisordnung heißt es dazu: “Der Kreis gewährt den Fraktionen aus Haushaltsmitteln Zuwendungen zu den sächlichen und
personellen Aufwendungen für die Geschäftsführung.” Wenn Sie das für sich nicht wollen, so liegt es eher daran, dass Sie vermutlich gar nicht dazu in der Lage sind, ein Fraktionsbüro im Kreishaus zu führen. Stehen Sie mit Ihren beiden Füßen noch auf dem Boden unserer demokratischen Verfassung? Oder ist für Sie das Einfordern von Kommunalrecht eine Unverfrorenheit?*

Die Sauerländer Bürgerliste jedenfalls ist für alle offen, die sich für ein liberales, weltoffenes und demokratisches Sauerland einsetzen.

Selbstverständlich versuchen wir, die Kosten unserer Fraktion gering zu halten. Wir haben uns von der Kreisverwaltung ein leerstehendes Büro zuweisen lassen, das im Keller liegt und erheblich kleiner als alle anderen Fraktionsbüros ist. Ausgestattet wurde es mit gebrauchten Einrichtungsgegenständen. Und die Bürozeiten betragen 6 Stunden pro Woche. Für die FDP-Fraktion sind im Kreishaushalt 2006 immerhin 11.144,40 Euro vorgesehen; wir werden weniger Finanzmittel benötigen.

Filed under: Humanismus im Sauerland1 Comment »

Das neueste aus Sauerländer Schützenvereinen

By Matthias at 1:02 pm on Wednesday, October 11, 2006
Nur “Rechtgläubige” dürfen den Vogel zur Strecke bringen
Einmal als Schützenkönig durch Freienohl ziehen: 2005 regierte Karl-Heinz Kordel die Schützen.
(WR-Bild: Wilfried Gundel)”
Freienohl/Dortmund. Ein Schützenkönig im sauerländischen Freienohl brauchte seit jeher Gottvertrauen. Dass er aber auch Kirchensteuer an die katholische oder evangelische Kirche zahlen muss, hat nun die St.Nikolaus-Schützenbruderschaft 1702 e.V. Freienohl in ihrer Satzung festgelegt.Die Generalversammlung, besetzt mit 136 Schützen, hat bei nur sechs Nein-Stimmen am Sonntag beschlossen, dass künftig nur Schützenkönig werden darf, wer der evangelischen oder katholischen Kirche angehört. Hauptmann Wilfrid Maas erläutert den Beschluss: Schon immer hätten die St. Nikolaus-Brüder nur Christen als Schützenkönige toleriert. Nun sei schlicht und einfach präzisiert worden, wer nach Vereinsauffassung ein Christ ist. Hintergrund: Vor wenigen Jahren habe ein junger Mann in Freienohl versucht, den Vogel abzuschießen. Zu seinem religiösen Hintergrund gab er an, “irgendeiner freiheitlich christlichen Sekte mit Sitz in New York anzugehören”. Der Renegat sei längst zurückgekehrt in den Schoß der katholischen Kirche, weiß Maas. Aber der Hauptmann wünscht sich, “dass solche Streitigkeiten künftig nicht unter der Vogelstange ausgetragen werden”. Im Verein werden zwar Andersgläubige geduldet, nur König dürfen sie nicht werden. Maas: “Wir haben auch zwei Zeugen Jehovas.”Während beim Hauptmann im Hochsauerlandkreis bislang keine Kritik an diesem Beschluss angekommen ist (“nur ein paar Leute hatten Nachfragen”), zeigt sich der Humanistische Verband NRW mit Sitz in Dortmund höchst erstaunt über dieses Beispiel einer Ausgrenzung von Konfessionslosen. Landesgeschäftsführer Dieter Grützner schätzt die Rechtslage so ein: “Wenn ein Atheist Schützenkönig werden wollte, könnte er dagegen klagen und bis zum Europäischen Gerichtshof ziehen. Aber wer macht das schon…”Dass sich die Freienohler auf gewachsene Traditionen berufen, hält der Interessens-vertreter der Konfessionslosen – in NRW rund 20 Prozent der Bevölkerung – für äußerst fragwürdig: “Mit diesem Argument könnten die auch wieder Scheiterhaufen aufbauen.”Glauben ist gut, Kontrolle in diesem Fall nicht unbedingt besser. Hauptmann Wilfrid Maas kann sich nicht vorstellen, die Kirchen-Mitgliedschaft eines Schützen vor dem Abdrücken zu kontrollieren. Allerdings ist er sicher, dass die örtlichen kirchlichen Würdenträger schon wissen, welches Schäfchen noch auf ihrer Weide grast.
10.10.2006 Von Jürgen Potthoff

Bericht aus der WR vom 11.10.06

Die WR hat zum Thema auch ein Forum eingerichtet:

www.wr-forum.de

Filed under: Humanismus im Sauerland,UncategorizedComments Off on Das neueste aus Sauerländer Schützenvereinen
« Previous Page