Informationen und Meinungen zur Kreispolitik im HSK

Kurzbericht vom Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten am 16.09.2026

By admin at 12:59 am on Saturday, September 26, 2026

In der letzten Sitzung des Kreisumweltausschusses gab es mehrere sehr interessante Tagesordnungspunkte.

1. Klimaresilienz im Ruhrgebiet – Vortrag von Christoph Donner, Ruhrverband

Die Talsperren sind trotz der Trockenheit noch erstaunlich gut gefüllt. Christoph Donner machte jedoch deutlich, dass aufgrund der Klimaveränderungen darüber nachgedacht werden muss, wie das Talsperrensystem künftig weiterentwickelt werden kann.

Ohne etwa die Negertalsperre konkret zu benennen, konnte man aus seinen Ausführungen den Eindruck gewinnen, dass für den Ruhrverband langfristig auch der Neubau einer Talsperre nicht grundsätzlich ausgeschlossen ist, wenn sich die klimatischen Bedingungen weiter verschärfen.

Dass dem Ballungsraum Ruhr das niederschlagsreiche Mittelgebirge vorgelagert ist, bezeichnete Donner sinngemäß als großen Glücksfall für die Wasserversorgung. Die Situation wird sich durch den Klimawandel jedoch zwangsläufig verschärfen.

Umso wichtiger sind Maßnahmen in der Fläche: Schwammwald, Wasserrückhalt und die Freihaltung von Überschwemmungsbereichen. Dabei gebe es durchaus unterschiedliche Interessen und auch Konflikte mit den Kommunen.

2. Zuwegung zum Windpark Meschede-Remblinghausen-Süd – Bericht von Herrn Messerschmidt, Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Bemerkenswert war der Bericht zur Genehmigung und Kontrolle von Windparkzuwegungen.

Der Tenor war für mich: Wenn die Windkraftstandorte genehmigt sind, muss letztendlich auch eine Zuwegung ermöglicht werden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Wald und Holz personell nicht in der Lage sind, die Bauausführung der Zuwegungen umfassend vor Ort zu kontrollieren.

So konnte beispielsweise auch nicht gesagt werden, ob im Aupketal tatsächlich der vorgeschriebene Kalkschotter eingebaut wurde. Dafür hätte man nach Aussage von Herrn Messerschmidt letztlich die entsprechenden Materialanlieferungen kontrollieren müssen.

Für mich blieb deshalb die grundsätzliche Frage offen, wie die Einhaltung detaillierter Genehmigungsauflagen sichergestellt werden soll, wenn entsprechende Kontrollen praktisch nicht stattfinden.

Beim möglichen Rückbau asphaltierter Wege verwies Herr Messerschmidt auf die Zuständigkeit der Landschaftsbehörde.

3. Waldwirtschaft im Wandel – Vortrag von Thomas Wälter, Wald und Holz NRW

Thomas Wälter stellte sehr eindrücklich dar, wie schnell sich derzeit die klimatischen Standortbedingungen unserer Wälder verändern.

Nach seiner Darstellung erleben wir Entwicklungen, die in dieser Geschwindigkeit noch vor wenigen Jahren nicht prognostiziert wurden. Der aktuelle Waldzustandsbericht ist noch nicht veröffentlicht. Gerade das extreme Jahr 2026 zeigt jedoch, dass inzwischen nicht nur einzelne Baumarten betroffen sind. Buche, Eiche und Birke sowie weitere Baumarten leiden erheblich unter der Trockenheit.

Bemerkenswert fand ich seine Offenheit: Verlässliche Konzepte dafür, wie unsere Wälder unter den sich weiter verändernden klimatischen Bedingungen in einigen Jahrzehnten aussehen werden, gibt es derzeit nicht. Dafür ist zu unsicher, wie sich Klima und Standortbedingungen weiterentwickeln.

4. Deponie Lattenberg

Bei der Deponie Lattenberg im Bereich Oeventrop handelt es sich um eine ehemalige Ablagerung von Rückständen aus der Zellstoffindustrie. Wegen der Belastung des Materials, der problematischen Hanglage und der damit verbundenen Gefährdung angrenzender Gebiete bis hin zur Ruhr wurde bereits vor Jahren entschieden, die Deponie vollständig zurückzubauen.

Es geht um eine Größenordnung von etwa 200.000 Tonnen Material. Der eigentliche Rückbau soll nach derzeitiger Planung im dritten Quartal 2027 oder Anfang 2028 beginnen und ungefähr zehn Jahre dauern. Die Kosten trägt das Land NRW. Wie hoch sie letztlich sein werden, lässt sich derzeit offenbar nicht seriös beziffern.

Bereits 2016 wurden im Landeshaushalt rund 30 Millionen Euro eingeplant. Ein wesentlicher Teil davon steht nach den bisherigen Vorarbeiten noch zur Verfügung.

Um die umliegenden Ortschaften möglichst wenig mit dem jahrelangen Lkw-Verkehr zu belasten, soll der Abtransport über den Plackweg zur Bundesstraße erfolgen.

Interessant blieb die Frage, wohin die ausgebauten Materialien anschließend gelangen. Herr von Canstein erklärte dazu, dass dies während des Rückbaus anhand der jeweils festgestellten Belastungen entschieden werden müsse. Nach entsprechenden Untersuchungen wird festgelegt, ob das Material deponiert oder einer Verbrennung zugeführt wird.

Die Sanierung dürfte schon aufgrund ihrer Größenordnung und des vorgesehenen vollständigen Rückbaus ein außergewöhnliches Projekt werden.

Filed under: Abfallwirtschaft,Aus Kreistag und Kreishaus,Klimaschutz,Nationalpark Arnsberg Wald,Transparenz,Uncategorized — Leave A Comment »